Brettgeflüster

31. August 2008

unter dem altar…

Gespeichert unter: Wellenreiten — admin @ 14:17
Der deutsche Wellenreitverband wurde vor vielen vielen Jahren von Norbert Hoischen gegründet, mit absolutistischste Gewalt herrschte der Kölner Sportlehrer, der sich zufällig für’s Surfen interessierte ein gefühltes Jahrhundert über die Geschäfte, die Geschäfte des Verbandes. Er schaffte es in dieser langen Zeit Thomas Lange mit den Syltern und die Familie Lipke für den Verband zu verlieren, da diese zum Teil eine andere Trainingsauffassung bzw. Bild vom Surfen mitbrachten als der gelernte studierte diplomierte Pädagoge. Ganz ohne wirtschaftliche Interessen gründete er eine Wellenreitschule, entschied wer die Deutsche Surflehrerlizenz bekommen dürfte, wer sie bekommen möchte, musste rein zufällig in der oben erwähnte Surfschule ein bestimmte Zeit lang als Praktikant dienen…
Die Zeiten sind nun vorbei, seit Dezember des letzten Jahres hat Jan Groenendijk die Präsidentschaft übernommen, kurz zuvor wurde Thomas Lange rehabilitiert, die Deutsche Wellenreitmeisterschaft findet nicht mehr am Ende der Welt in Saint Giron statt, sondern in Seignosse, nach dem Sommer, wenn alle Surfer fit sind, nicht vor Beginn der Saison. Quiksilver wurde als Sponsor gewonnen, die Homepage erscheint im neuen Glanz, Uli Scherb wurde als Trainer verpflichtet, es wird über den Tellerrand geschaut. Marlon Lipke wird sich hoffentlich für die eine oder andere Europa- oder Welt-Meisterschaft gewinnen lassen, denn mit ihn als Zugpferd, hätte Deutschland die Chance besser abzuschneiden als bisher. Deutschland ist zwar eine junge wellenreitende Nation, doch inzwischen bleibt hierzulande kein Gewässer ungesurft. Der Level steigt spürbar an Ost- und Nordsee, die Sylter Locals um Melf Lange brauchen sich auch an der französischen Atlantikküste nicht verstecken. Die neue Generation aus Kiel lässt auf sich nicht warten und die Münchener können das im Eisbach erlernte im Ozean umsetzen. Surfen bleibt hierzulande spannend, der Markt wächst unaufhaltsam, getrieben von Skater und Snowboarder auf der Suche nach den Roots ihrer Disziplin und Marlon ist auf dem besten Wege sich für die WCT zu qualifizieren…
Mehr zum DWV auf www.surf-dwv.com

24. August 2008

ein wenig forecast

Gespeichert unter: Wellenreiten — admin @ 09:22
Sobald Wind Wellen generiert und diese sich an einem beliebigen Strand brechen, so kann man surfen, einfache Spielregel! Bei 2.389 Kilometer Küste ist ebenfalls hierzulande die Möglichkeit vorhanden, dass Wellen an die Küste rollen. Doch Küste ist nicht gleich Küste, wo Watt ist kommen die Wellen gebremst, geschwächt und unbrauchbar ans Land und wo Klippen aus dem Wasser ragen, sind selten vorgelagerte Sandbänke, die den Wellen einen brauchbaren Untergrund bieten könnten, so bleibt nicht mehr allzu viel Küste über.
Pauschal kann man behaupten, dass die besten Wellen Deutschlands auf Sylt brechen, doch auch Norderney bietet Wellen geeignete Sandbänke, selbst die Ostsee gibt uns die Gelegenheit das Brett unter den Wellen zu tauchen. Dank des Internets, ist es auch einfach vorauszusehen, wo Wellen brechen werden, dabei gibt es verschiedene Modelle, die Wellen berechnen, ausgehend vom Wind, aber auch von der Dünnung ausgehend. In der Regel surft man hier zulande Windwellen, vor Ort weht ein Wind ab 5 Beauforts Richtung  Küste. Selten, aber es tritt auch ein, ist es völlig Windstill, bzw. gar ablandig und Wellen rollen auf die Sandbänke zu, um sich dort zu entladen: perfekte Wellen sind auch hier möglich, doch deutlich schwerer vorherzusagen, ohne Internet.
Es folgt hier eine Linkliste mit verschiedenen Forecast-Seiten für Wind und Wellen, es empfiehlt sich die unterschiedlichen Modelle miteinander zu kombinieren, um eine möglichst effiziente Voraussage zu erhalten. Je mehr man sich dem Zeitpunkt nähert, umso genauer werden die Informationen.
http://www.buoyweather.com/index.jsp
http://magicseaweed.com/
http://www.windfinder.com/
http://www.windguru.com/
http://www.wetsand.com/
http://www.lajollasurf.org/gblpac.html
http://seawatch.mg.uoa.gr/
Wie es jedoch tatsächlich ist, weißt man erst wenn die erste Welle gesurft ist.

20. August 2008

epische ostsee-session

Gespeichert unter: Wellenreiten — admin @ 20:55
Es war kein gewöhnlicher Ostwind, es war ungewöhnlich stürmisch, von Russland bis in die Lübecker Bucht schob der Wind die Wellen vor sich her, es war der 28 September 2007. Das Ereignis bahnte sich relativ früh an, so daß die lange Reise von Hamburg nach Timmendorf gut durchdacht werden konnte. Wir fuhren Nachmittag los und kamen am Nachmittag auch an. Die Seebrücke war offiziell gesperrt, doch circa 30 Surfer tobten sich in den Wellen aus. Einfaches Spiel: man springt über die Seebrücke ins Wasser und muss nicht durch die Wellen tauchen, um ins Line Up zu gelangen. Die Setwellen waren für Ostsee-Verhältnisse riesig und der Wind selbst war für die Wellenhöhe relativ schwach, die Wellenperiode lagen bei bestimmt bei 8-9 Sekunden, was einem unwahrscheinlich erscheint, für die Ostsee versteht sich. Die meisten Gesichter auf dem Wasser sind einem nicht unbekannt, der Level war mittel, aber die Session war der Hammer! Kraftvolle Wellen in der Ostsee, die auch richtig suckten und man teilt sich die Wellen, die einem fast vor der Haustür brechen mit unbekannte Gleichgesinnte. Jürgen war im Wasser mit seinem Bodyboard und nahm eine Welle nach der Andere, die kieler Crew war vertreten durch Henning Nockel. Wem Tage zuvor der Swell auf Sylt entging, wurde mit der Session in Timmendorf entschädigt und diese Session war definitiv legendär. Wann die klimatische Voraussetzungen solch ein Tag wieder ermöglichen werden bleibt abzuwarten. Fakt bleibt, dass wir in diesem Sommer überdurchschnittlich viele Surftage in Timmendorf hatten. Solch ein Tag wird sich bestimmt bald wieder manifestieren.
Hier ein paar Bilderchen!

   

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